Hochwertige Pullis mit pädagogischem Hintergrund

Statt Geschenken für die Kunden konkrete Hilfe in Zeiten der Haushaltssperre

Jugendhaus
 

Nienburg. Im Jugendhaus kann man sich über einen Satz hochwertiger Kaputzenpullover freuen, eine Spende eines namhaften Nienburger Personaldienstleisters. Traditionell verzichtet die Firma auf Weihnachtsgeschenke für ihre Kunden und unterstützt statt dessen den sprichwörtlichen „guten Zweck“, und zwar nicht irgendwo, sondern vor Ort in Nienburg. Angesichts der städtischen Haushaltssperre kam dieses Geschenk besonders gut an.

Die Kassen der Stadt sind leer; das heißt, sie sind nicht nur leer, die Schulden der Kommune wachsen bedrohlich. Will man irgendwann nicht mehr nur den Mangel verwalten, sondern selbst wieder etwas entwickeln und gestalten, muss gespart werden – radikal. Das hat Folgen: „Wir haben im Augenblick nicht einmal die Möglichkeit, uns ein neues Netz für die Tischtennisplatte zu kaufen“, sagt Stefan Gilster, der Leiter des Jugendhauses, das täglich von 40 bis 50 jungen Leuten zwischen zwölf und 20 Jahren genutzt wird.

Die Idee mit den Kaputzenpullis hatte Gilster schon länger, nur war sie eben nicht zu bezahlen. Die Pullover sind nicht nur Kleidungsstücke. Obwohl auch das schon bei vielen Kindern und Jugendlichen hoch willkommen wäre, denn viele von ihnen haben schlicht nicht das Geld, sich neue Kleidung zu kaufen.

Stefan Gilster verfolgt einen pädagogischen Ansatz: „Wir stellen Regeln auf, die eingehalten werden müssen, um so einen Pullover zu bekommen.“ Durch die einheitliche Optik und den großen Schriftzug „Nienburger Jugendhaus“ soll zudem die Identifikation mit gemeinsamen Werten, der Gruppe und eben dem Jugendhaus erreicht werden.

Josh Teuber, Prokurist der spendenfreudigen Firma, erklärte den Jugendlichen anschaulich, wie sie in den unerwarteten Genuss dieser verspäteten Weihnachtsgeschenke gekommen sind: „Wir wollen das Geld, das sonst für Weihnachtsgeschenke ausgegeben wird, lieber so investieren, dass die Leute auch was davon haben. Und mit diesen Pullovern ist das Geld besser angelegt als in einer Flasche Wein, die im Schrank verschwindet!“